Selbstdarstellung des Sächsischen Schützenbundes

Der Sächsische Schützenbund e.V. (SSB) ist der Fachverband für sportliches Schießen und Bogensport in Sachsen. Der SSB wurde am 18. April 1990 von 11 Vereinen in Leipzig gegründet und feierte im Jahr 2015 sein 25jähriges Bestehen. Der SSB umfasst gegenwärtig 365 Vereine mit mehr als 16.000 Mitgliedern. Er betrachtet sich als Nachfolger des 1893 in Döbeln gegründeten Sächsischen Wettin- Schützenbundes.

Der SSB ist seit 29.06.1991 Mitglied im Landessportbund Sachsen e.V. und wurde zum 40. Deutschen Schützentag am 04.05.1991 in Nürnberg in den Deutschen Schützenbund e.V. aufgenommen.

Im Sächsischen Schützenbund haben sich Schützenvereine, Schützengilden, Schützengesellschaften, Sommerbiathlon- und Bogensportvereinigungen zusammengeschlossen. Seine Geschäftsstelle befindet sich in 04179 Leipzig, Hans- Driesch- Straße 2b, Tel. 0341/ 4427334, Fax 0341/2117036, E-Mail info@saechsischer-schuetzenbund.de, Homepage www.saechsischer-schuetzenbund.de (Postanschrift: Postfach 350 317, 04165 Leipzig).

Unter dem Motto „Brauchtum- Hobby- Sport“ betreiben die auf freiwilliger Grundlage zusammengeschlossenen Vereinigungen den olympischen Schießsport in insgesamt 117 Disziplinen nach der Wettkampfordnung des Deutschen Schützenbundes e.V. und der Landessportordnung des Sächsischen Schützenbundes. Eigene Disziplinen des SSB sind z. B. das Luftgewehr 4 m (diese Disziplin ist besonders für breitensportliche Maßnahmen geeignet), die Disziplin KK- Sportpistole 30 Schuss Genauigkeit, die Zentralfeuer- Pistolendisziplinen, verschiedene Zentralfeuer- Langwaffendisziplinen sowie Westernschießen.

Der Schießsport wird sowohl als Breiten-, Brauchtums- und als Wettkampfsport betrieben. Weitere Ziele des SSB sind die Förderung der Jugendarbeit und der Talente in den Vereinigungen, die Wahrung und Pflege sächsischen und deutschen Schützenbrauchtums, der Schützentraditionen, die Qualifikation sowie Aus- und Fortbildung der Mitglieder und die Geselligkeit in vielfältigem Rahmen.

Schützenvereinigungen in den Städten und Gemeinden sind zumeist die ältesten in Sachsen und in Deutschland überhaupt. Sie verfügen oft über jahrhundertealte Traditionen. Nicht wenige können ihre Existenz bis auf das 14./15. Jahrhundert zurückführen, so z.B. Radeburg 1226, Görlitz 1377, Zwickau 1393, Reichenbach O/L 1430, Leipzig 1443, Chemnitz 1444, Dresden 1454 und Rochlitz 1456. Ihre eigentliche Geschichte beginnt meist schon viel früher und ist eng mit den Städtegründungen und deren Entwicklung verbunden.

Die größten Schützenvereinigungen im SSB sind zurzeit die Leipziger Schützengemeinschaft 1998, die 1. Schützengilde „Sachsen 90“ Freital, die Leipziger Schützengesellschaft, der Dresdner Schützenverein, der Sächsische Jagd- und Schützenverein Großdobritz und die Privilegierte Scheibenschützen-Gesellschaft zur Dresden.

Die Basis für die sportlichen Leistungen sind im Leistungsstützpunkt Dresden und den Talentzentren (Erzgebirge, Oschatz, Neiden, Dresden, Deutschenbora, Burgstädt und Döbeln) zu finden.

Nach den Bestimmungen des aktuellen Waffengesetzes können Schüler ab dem 12. Lebensjahr am Sportschießen mit Druckluft-, Federdruck- und CO2-Waffen teilnehmen, Jugendliche ab 14 Jahren auch am Schießen mit Sportwaffen in den olympischen Disziplinen. Voraussetzung dafür ist bis zum 16. Lebensjahr das schriftliche Einverständnis der Erziehungs- und Sorgeberechtigten.

Das Sportschießen erfolgt im Druckluftwaffen-, Kleinkaliber- und Zentralfeuerbereich, in den Wurfscheiben- und jagdlichen Disziplinen oder mit historischen Vorderlader- Gewehren und -Pistolen. Weitere Vereine pflegen das Armbrust- oder das Böllerschießen. Stark zunehmend entwickeln sich Bogensport und Sommerbiathlon in unserem Landesfachverband.

Neben Vereinsmeisterschaften finden Kreismeisterschaften in 13 Sportschützenkreisen und Regionalmeisterschaften in Leipzig, Dresden und Chemnitz statt. Bei Talentsichtungen, Ranglisten- und Landesligawettkämpfen, Landesmeisterschaften, Jugend- und Damenpokalrunden erfolgte die Auswahl der Sportschützen für die Deutschen Meisterschaften. Im Sportjahr 2017 nahmen im Meisterschaftssystem mehr als 3.500 und an den 15 Landesmeisterschaften mehr als 1.400 Sportschützen teil.
Unser nationaler Wettkampfhöhepunkt sind die Deutschen Meisterschaften. Mit 284 Teilnehmer 2017 war es die bisher höchste Teilnehmerzahl seit 1991. Im Ergebnis erkämpften die sächsischen Sportschützen insgesamt 8 Gold-, 11 Silber-, 10 Bronzemedaillen. Bei dem Nachwuchsereignis der DM, dem Shooty- Cup, konnte die sächsische Mannschaft einen guten 5. Platz erreichen. Diese Ergebnisse und viele weitere Top- Ten- Platzierungen zeigen eine positive Leistungsentwicklung des Sportschießens in unserem Fachverband. Die Sportkonferenz des SSB am 28.10.2017 konnte ein erfolgreiches Sportjahr kennzeichnen und mit Stolz auf die anhaltende Entwicklung des Sportgeschehens verweisen können. Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch, dass immer mehr Schützinnen und Schützen für den aktiven Wettkampfsport gewonnen werden können.

An Europa-, Weltmeisterschaften und weiteren internationalen Sportevents nahmen ebenfalls sächsische Sportschützen/innen teil und präsentierten unsere weiß- grünen Landesfarben weltweit. Bereits zu Beginn

SSB- Sportler waren zu Beginn des neuen Wettkampfjahres 2018 bereits erfolgreich bei internationalen Wettkämpfen wie dem IWK Intershoot in Den Haag, dem H&N–Cup in München, der EM- Qualifikationen und dem Weltcup Flinte in Mexico im Einsatz und gewannen diese oder belegten hervorragende Plätze.

Im Zuge unserer Erfolge sind auch erfolgreiche Bundeskönigsschießen zu nennen. Ulrike Siora (Leipzig) gelang es im Jahr 1994, nach dem Titel der Landesschützenkönigin Sachsen auch den der Bundesschützenkönigin des Deutschen Schützenbundes 1994/95 zu erringen. René Haenel (Leipzig) wurde 2003 und 2004 Jungschützenkönig des Sächsischen Schützenbundes und im Jahr 2003 Bundesjugendschützenkönig des Deutschen Schützenbundes. Oswald-Christian Hentschel (Weißwasseraner SV) war 2014/2015 Bundesjugendschützenkönig und damit der Würdenträger der Deutschen Schützenjugend. Die SSB- Jungschützenkönigin Celina Hambuch (Leipzig) siegte im Jahr 2015 beim Bundesjugendkönigsschießen und übernahm damit die Königswürden Bundesjugenschützenkönigin des Deutschen Schützenbundes von einem Sachsen


Im Juli 2007 hat die 44. Weltmeisterschaft im Bogenschießen in Leipzig mit ca. 580 Bogenschützen aus 78 Nationen stattgefunden. Der Sächsische Schützenbund war aktiv an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Auch wenn die Leistungen der deutschen Bogensportler leider nicht die Erwartungen erfüllten, konnte dennoch ein eindrucksvoller und hochkarätiger Event des Weltsports gestaltet werden.

Stark ausgeprägten breitensportlichen Charakter haben die in jährlichem Wechsel in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Sachsen e.V. durchgeführten Landesjugend- und Landesseniorenspiele, zu denen auch unser Fachbereich Sportschießen gehört. Daran können auch schießsportinteressierte Jugendliche und Senioren teilnehmen, die keinem Schützenverein angehören. Auf dem Schützenhof in Leipzig und am Wurfscheibenstand in Neiden nahmen zu den 12. Landesseniorenspielen 2016 insgesamt 146 Schützen aus 43 Vereinen an den ausgeschriebenen Wettbewerben teil.
Die 13. Sparkassen Landesjugendspiele des Landessportbundes Sachsen fanden vom 16. bis 18. Juni 2017 an 4 unterschiedlichen Wettkampfstätten statt. Die Sportler Wurfscheibe schossen den Wettbewerb in Großdobritz, die Sportler Laufende Scheibe waren beim SV Connewitz, die Sommerbiathleten kämpften in Nünchritz und die Wettbewerbe in den Pistolen- und Gewehrdisziplinen fanden im Dresden im Rahmen der Landesmeisterschaft Nachwuchs statt. Die Nachwuchssportschützen aus den Vereinen absolvierten insgesamt 98 Starts in 16 Wertungen.

Breite Bevölkerungskreise erfreuen sich über die in den letzten Jahren zunehmenden Vogel- oder Adlerschießen. Das dabei, meist in der Sommerzeit, auf einen historisch gestalteten Holzadler durchgeführte Schießen hat sich inzwischen in vielen Städten und Dörfern Sachsens sowohl Armbrustschützen als auch Bewunderer gefunden und sich vielfach vom Schützen- zum Heimatfest entwickelt. Beispielsweise gestalteten sächsische Schützen zum Tag der Sachsen am 04. September 2004 ein vielbeachtetes historisches Adlerschießen mit wohltätigem Zweck, welches in vielen Presseveröffentlichungen als ein Höhepunkt dieses sächsischen Festwochenendes dargestellt wurde.

Reges Interesse, nicht nur bei Sportschützen, errangen der Informationsstand des SSB sowie Luftdruckwaffen- und Videoschießstand zur Messe „Jagd & Angeln 2017“ vom 06. bis 08. Oktober auf dem agra- Messegelände in Leipzig- Markkleeberg. Ergänzt wurden die Mit-Mach-Angebote durch das Bogenschießen auf fliegende Scheiben (Archery-Trap). Der SSB ist seit 26 Jahren auf dieser Fachmesse präsent und war mit einem bewährten Messekonzept, zusammen mit engagierten Mitausstellern, an einem neuen Standort vertreten. Viele Messebesucher nutzten die Möglichkeiten zum praktischen Üben mit Luftgewehr oder auf virtuelle Wurfscheiben. Beim Bogenschießen auf fliegende Scheiben bildeten sich Menschentrauben. Insgesamt wurden 2.735 Serien auf unseren drei Schießständen geschossen. Interessant ist, dass sich besonders Kinder/ Jugendliche und Frauen für den Schießsport interessierten und das Sportgerät selbst in die Hand nehmen.

Zu den großen gesellschaftlichen Ereignissen der Sportschützen gehören der Landesschützentag und das „Treffen Sächsischer Schützenvereine“, welche in jährlichem Wechsel durchgeführt werden.

Die 234 Delegierten des 19. Landesschützentages proklamierten am 23. April 2016 in Burgstädt das neue Königshaus des Sächsischen Schützenbundes. Auf den Fahneneinmarsch zu Beginn der Feierstunde, zu dem knapp 50 Banner und Standarten der Mitgliedsvereinigungen geführt wurden, folgte das Grußwort von Präsident Frank Kupfer an die Delegierten und Ehrengäste. Die wesentlichen Höhepunkte der Feierstunde waren die Übergabe der Traditionsfahne des SSB von der Stadt Burkhardtsdorf (Ausrichter 2014) an den Bürgermeister der Gemeinde Burgstädt Lars Naumann, sowie die Ehrungen verdienter Mitglieder des Landesverbandes. In der anschließenden Delegiertenversammlung suchte das Präsidium des Sächsischen Schützenbundes das Gespräch mit den Mitgliedern, um den Mitgliederzuwachs weiter voranzutreiben und die Satzungsänderung erfolgreich zu beschließen.

Am 19. August 2017 fand als zentraler Höhepunkt in der Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsvereinigungen das 15. Treffen Sächsischer Schützenvereine in der Stadt Geyer statt. Mit Schützenumzug, Festappell, Adlerschießen, Archery Trap und Lampionwettbewerb waren vielfältige Höhepunkte gegeben. Das Böller- und Kanonenschießen am Busbahnhof war eine tolle Darbietung von Schützentraditionen. Von Einzelfeuer bis Reißverschluss, mal mit Kanonen, mal nur Kanonen, mal alle, dann wieder nur jeweils 2- es war ein sehenswertes Programm. Der Applaus zum Abschluss des Böller- und Kanonenschießen zeigte, dass es Schützen und Zuschauern gefallen hat. Der Schützenappell stand ganz im Zeichen eines erfolgreichen Festes und wurde von zahlreichen Zaungästen mitverfolgt. Ein buntes und anschauliches Bild mit regionaler Beteiligung präsentierte sich im Festumzug der Schützenvereine.

Die Mitgliedsvereinigungen des SSB sind für Neuaufnahmen aufgeschlossen. Für alle, die sich für das Sportschießen interessieren, sollen die Ziele dieser Sportart in ihrem Hauptanliegen genannt sein. Es gehören dazu: Körperbeherrschung (Koordination verschiedener gleichzeitiger Tätigkeiten wie z. B. Zielen, Atmen, Drücken); Kraftentwicklung (Gewicht des Gewehres 5,5  bzw. 7,5 oder 8,0 kg, Abgabe von 13 bis 150 Schuss je nach Disziplin und Alter); Energie- und Willenskraftentwicklung (Strebsamkeit, Durchhaltevermögen, Konzentration, Stressbewältigung); Reaktionsvermögen (ständige Aufmerksamkeit, Reaktion auf wechselnde Bedingungen, Sekundenreaktion bei Schnellfeuer); Exaktheit der Ausführungen; Entwicklung fester Verhaltensnormen (Einhalten der Regeln und gesetzlichen Bestimmungen); Entwicklung von Kameradschaft und Teamgeist; Traditions- und Heimatbewusstsein; Förderung des technischen Interesses; Freude am Sport und an Geselligkeit.

Leipzig, den 17. April 2018