Vorgestellt: Die PSSG zu Oschatz e.V. 1537/1990 ein Verein mit über 660 Jahren Tradition als Ausrichter des 16. Landesschützentages


Besonderes Augenmerk legt die PSSG auf die Nachwuchsarbeit mit Schülern und Jugendlichen. |
Der Anfang
Die Oschatzer Schützengesellschaft kann sich darauf berufen, den ersten Auszug auf ihren damaligen Schießplatz bereits im Jahre 1537 veranstaltet zu haben. Das die Oschatzer Schützengesellschaft aber schon viel länger bestanden haben muss, geht aus einer Urkunde des Jahres 1344 hervor, welche die schriftliche Nachricht enthält, dass sich die waffenfähigen Bürger der Stadt Oschatz, um auf jeden Fall gefasst zu sein, im Schießen übten. Einige Jahre später, 1365 wird unter Kaiser Karl IV. diese Bürgerwehr genannt, die bestehend aus wehrhaften Bürgern zu Torgau und Oschatz eine Fehde gegen wegelagernde Raubritter führte. Bereits im 16. Jahrhundert, aber verstärkt nach dem 30-jährigen Krieg, wurden die Schützengesellschaften von den Kurfürsten mit sogenannten Privilegien (Braurecht, Tranksteuerbegnadigung etc.) ausgestattet. Seither führen diese Gesellschaften das Wort privilegiert in ihrem Namen.
45 Jahre ohne Schützengesellschaft
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Privilegierte Scheibenschützengesellschaft zu Oschatz, wie alle Schützenvereine Deutschlands, auf Befehl des alliierten Kontrollrates aufgelöst. Das Vermögen des Vereins (vor allem die Immobilien und somit das Schützenhaus) wurden auf Befehl der SMAD Nr. 124/126 konfisziert und in Volkseigentum überführt. Nach Gründung der BRD ließ man die dortigen Schützenvereine wieder zu und gab ihnen ihr ebenfalls beschlagnahmtes Eigentum zurück. Die Vereine setzten ihre Tätigkeit fort und entwickelten sich in den Jahren der deutschen Teilung zu unübersehbaren Bestandteilen des gesellschaftlichen Lebens, zu Trägern des Spitzensportes und zu Orten einer sinnvollen Freizeitgestaltung für alle interessierten Bürger. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR verlief die Entwicklung völlig anders. Das Schießen nur als Freizeitspaß zu betreiben war nicht möglich. Wer dagegen schießsportliche Ambitionen hatte, konnte diesen in den entsprechenden Sektionen der GST (Gesellschaft für Sport- und Technik) auch in Oschatz nachgehen. Hier orientierte man sich auf die Talentsichtung und die Nachwuchsarbeit für den Leistungssport. Dabei beschäftigte man sich ausschließlich mit den olympischen Schießsportdisziplinen.
Der Neuanfang ab 1990
Nach der deutschen Wiedervereinigung ergaben sich neue Möglichkeiten zur Organisation des Schießsportes, die Vereinsgründung. Im Mai 1990 gründeten eine Handvoll Schießsportenthusiasten den Oschatzer Schützenverein. Damals wussten wir noch nichts von der jahrhundertealten Tradition des Oschatzer Schützenwesens. Es gab ja auch viel wichtigere Probleme zu lösen. Da waren zum einen die neuen Bestimmungen und Gesetze derer man sich kundig machen musste und der Umgang mit den Behörden, die genau wie wir, erst in der Lernphase waren. Das größte Problem für uns war die Suche nach einer Heimstätte für den Verein die auch Trainingsmöglichkeiten, sprich Schießstände beinhaltete. Hintergrund war die Tatsache, dass wir die Einrichtungen der GST auf dem Segelflugplatz Oschatz aus verständlichen, flugsicherheitstechnischen Gründen aufgeben mussten. Dazu gehörten eine Halle mit dreißig 10m-Bahnen für Druckluftwaffen, der zweitgrößte Kleinkaliber-Schießstand mit überdachten Schützendeckungen im Regierungsbezirk Leipzig und ein Gebäude als Vereinssitz. Damals verloren selbst die größten Optimisten unter uns den Mut, doch mit der Unterstützung des Schützenvereins unserer Partnerstadt Filderstadt entstanden aufbauend auf deren Erfahrungen und Ratschlägen wieder Pläne. Glücklicher Weise übergab uns die Glasseiden GmbH Oschatz einen alten Kleinkaliber-Schießstand mit Vorfläche, welcher vormals als Betriebssportstätte genutzt wurde zur Nutzung und überließ uns auch eine zum Abriss vorgesehene Massivbaracke kostenlos. Mit viel Engagement der Vereinsmitglieder und eigenen Mitteln wurde zunächst der völlig verwüstete Schießstand in einen solchen Zustand gebracht, dass die Abnahme durch den Schießstandsachverständigen erfolgreich bestanden wurde. Diese Anlage besteht heute aus acht 50m- und fünf 25m-Bahnen mit überdachten Schützendeckungen. Dort darf sowohl mit Klein- als auch Großkaliberwaffen geschossen werden. Die 50m Bahnen sind mit Bandautomaten ausgestattet, der 25m Schießstand hat eine elektronisch gesteuerte Drehscheibenanlage. Die Baracke wuchs mittlerweile zum Schützenhaus unseres Vereins und beinhaltet heute neben Saal, Küche, Klubräumen einen Druckluftwaffen Schießstand mit zwölf 10m-Bahnen mit separatem Kampfrichter und Auswertungsraum. Besonderes Augenmerk richteten wir schon immer auf die Nachwuchsarbeit mit Schülern und Jugendlichen. Aufgrund unserer Erfolge auf diesem Gebiet wurde unser Verein 2009 zum Talente Stützpunkt im Schüler und Jugendbereich berufen. Vier Trainer C, zwei Kampfrichter sowie 21 Schießsportleiter stehen für den ordnungsgemäßen Trainings- und Wettkampfbetrieb zur Verfügung. Innerhalb unseres Schützenkreises richten wir regelmäßig Kreismeisterschaften aus. Einen festen Platz innerhalb des jährlich stattfindenden Oschatzer Stadt und Vereinsfestes nimmt das öffentliche Königsadlerschießen um die Stadtmeisterschaft ein. Die Salutschützen sind zur Eröffnung wichtiger Veranstaltungen im Territorium präsent. Unsere Sportschützen erkämpften im Jahr 2009 allein bei den Landesmeisterschaften 20x Gold, 17x Silber und 14x Bronze und sind Inhaber etlicher Landesrekorde. Die sportlichen Bestleistungen unserer Sportschützen waren ein 1. und ein 3. Platz (Einzelwertung) bei den Deutschen Meisterschaften. Neben echten "Leistungsschützen" bietet unser Verein auch und insbesondere allen interessierten Schießsportfreunden eine Heimat für die Ausübung ihres Hobbys. Bei uns können sie mit folgenden Waffen schießen:
- Luftgewehr / Luftpistole,
- Kleinkaliber-Gewehr / -Pistole,
- Großkaliber-Gewehr / -Pistole / -Revolver und
- Vorderlader-Gewehr / -Pistole.
Gegenwärtig haben wir 65 Mitglieder, davon 12 im Alter unter 20 Jahren. Selbstverständlich kommt bei uns auch das in gemütlichen Runden stattfindende Vereinsleben nicht zu kurz.
Helmut Herudeck


Aufgrund der Erfolge im Nachwuchsbereich wurde die PSSG 2009 zum Talente Stützpunkt SSB berufen.
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Gegenwärtig hat die PSSG 65 Mitglieder, davon 12 im Alter unter 20 Jahren.
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